22|08|2019

Zwei vierte Plätze bei der Bayerischen Meisterschaft in Fürth

Kathi und Tim verpassen nur knapp Medaillen im Weitsprung und in der Staffel

(26.01.2019) Die Zeitmessung und Datenverarbeitung ist der Dreh- und Angelpunkt jeder Leichtathletikveranstaltung, und wenn sie wie in Fürth anderthalb Stunden aussetzt, fühlt sich mancher Trainer oder Athlet an die morgendliche Zugfahrt zum Arbeitsplatz erinnert.

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Der Zug kommt zu spät, noch später … und dann fällt er aus. Zum Totalausfall kam es in Fürth nicht, aber es war schon sehr viel Geduld erforderlich, um den Tag nicht nur zu überstehen, sondern das Aufwärmen immer wieder zu starten und den Fokus auf den eigenen Lauf aufrechtzuerhalten. Für Katharina Vogl und Tim Osenberg erwiesen sich die Bayerischen Meisterschaften der Männer und Frauen in Fürth als echter Härtetest. Kathi hatte sich als Siegerin des vierten Vorlaufs in 7,96 Sekunden souverän für das Finale qualifiziert, musste dann aber stundenlang die Kapriolen der Zeitmessung abwarten, weil nicht einmal eine korrekte Startliste für den Endlauf vorlag.

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Zwischendurch wurde beschlossen, wie in alter Zeit die Läufe von Hand, also mit der Stoppuhr zu messen.

Im Finale funktionierte die Zeitmessung dann aber wieder, und es standen doch noch die Besten in den Startblöcken. Kathi konnte sich neben der neuen Vizemeisterin Katrin Fehm (ESV Amberg - 7,71 Sekunden) gut behaupten. Mit 7,99 Sekunden und Platz 7 für Kathi war Trainerin Sabine Osenberg absolut zufrieden: „Vor allem am Start. Mit dem ganzen Gezeter vorher war das sehr sehr gut, und die Saison ist noch lang.“ Der Titel ging an Marina Scherzl (LG Kreis Dachau), die in 7,64 Sekunden ins Ziel kam.

Beim Weitsprung war die Trainerin ebenfalls sehr zufrieden. Schon im Vorkampf waren 5,47 Meter und drei gültige Sprünge ein klares Indiz, dass Kathi ihren Anlauf wiedergefunden hat. Im fünften Versuch kam sie mit 5,53 Metern bis auf 2 Zentimeter an die Bronzemedaille heran, die am Ende aber doch Jasmin Maxbauer (LG Eckental) entgegennehmen durfte. „Eine von Kathis besten Serien,“ stellte die Trainerin fest: „Darauf lässt sich aufbauen. Besonders gut fand ich, dass der Weitsprung gerade hier so gut gelaufen ist, nachdem sich Kathi in Fürth vor einem Jahr schwer verletzt hat."

Umso beachtlicher war unter den chaotischen Bedingungen bei der Zeitmessung, dass Tim in 7,54 Sekunden seinen bisher drittschnellsten Lauf über diese Distanz geschafft hat. Platz 4 im vierten Vorlauf reichte dennoch nicht für das Finale.

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In der 4x200-m-Staffel bot sich noch eine weitere Medaillenchance. In der Staffel der Startgemeinschaft Ammer-Isar-Loisach trat Tim Osenberg als Schlussläufer an. Nach Matthias Bauer, Raffieu Deen Johnson und Andreas Kölbl (alle TSV Penzberg) ließ der 21-jährige Peißenberger nichts mehr anbrennen und sicherte seiner Staffel den Sieg im ersten Zeitlauf in 1:33,43 min. „Ein Speerwerfer kann auch 200 Meter laufen“, kommentierte Trainerin Melanie Jäger vom TSV Penzberg den schnellen Lauf von Tim Osenberg. Im zweiten Zeitlauf traten die stärker eingeschätzten Staffeln an und so gingen die ersten 3 Plätze und die Medaillen noch an die LG Forchheim, die LG Stadtwerke München und den TSV Schwabmünchen. Nur 47 Hundertstelsekunden fehlten am Ende zur Bronzemedaille für die Startgemeinschaft.